Cassel (F), 25.9.2016.
In dem kleinen Ort Cassel in der Nähe von Lille nutzte Lisa aus Brakel ihr Berufspraktikum an einem französischen Collège, um den Lehrerberuf mal nicht nur aus der Schülerperspektive wahrzunehmen, sondern erste eigene Erfahrungen bei der Wissensvermittlung zu sammeln. Dazu durfte sie die sehr nette Deutschlehrerin in vier unterschiedlichen Jahrgangsstufen in den Unterricht begleiten und in der ersten Woche in einzelnen Unterrichtsphasen die Lehrerrolle übernehmen. So beantwortete sie z.B. die Fragen, die die Schüler ihr auf Deutsch zu ihrer Person stellten. In der zweiten Woche durfte sie dann schon selbst insgesamt 6 Deutschstunden planen und durchführen. Dazu bereitete sie u.a. ein Spiel über deutsche Kulturen oder ein Arbeitsblatt zum Vergleich der verschiedenen Schulsysteme vor. Auch den Schulalltag der gegenüberliegenden französischen Grundschule durfte sie in der letzten Phase ihres Praktikums kennenlernen und mitgestalten. Ihr Fazit am Ende des Praktikums: „Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Erfahrungen zu sammeln. Das Praktikum hat mir nicht nur einen Einblick in den französischen Schulalltag gegeben, sondern es gab mir auch die Chance neue Personen kennenzulernen, die ich niemals vergessen werde. Davon abgesehen half mir das Praktikum auch noch, meine Aussprache zu verbessern. Ich würde jedem empfehlen, ein Auslandspraktikum zu machen.“
Hier berichten wir über ausgewählte Praktika
Marl, 9.9.2016. Eine Gruppe von 11 Schülerinnen und Schülern der spanischen Partnerschule Colegio Urkide in der baskischen Hauptstadt Vitoria in Nordspanien war für eine Woche am GiL zu Gast. Nachdem die deutschen Schülerinnen bereits im April in Spanien waren, lernen nun die Spanier den Alltag in Deutschland, das Leben am GiL und die Besonderheiten der Region kennen. Gleich am ersten Tag begrüßte auch Bürgermeister Werner Arndt die Gäste und gab vom Turm des Rathauses aus einen Überblick über Marl und seine Geschichte. Bei einer Exkursion durchs Ruhrgebiet am Freitag lernten die Spanier bei einem Besuch des Bergbaumuseums in Bochum zunächst die Bedeutung des Bergbaus für das Ruhrgebiet kennen. Wie die Industrie das Bild der Ruhrgebietsstädte prägte und wie Strukturwandel funktionieren kann, war Thema einer interessanten Führung im Gasometer in Oberhausen, der zweiten Station der Ruhrgebietstour. Einen Abschluss fand der Tag bei Essen und Shopping im Centro, einem Beispiel für die erfolgreiche Umwidmung ehemaliger Industrieflächen.
Przemyśl, 01.08.2016. Oliwia, Schülerin aus Brakel, wählte für ihr dreiwöchiges Auslandspraktikum den beschaulichen Ort Przemyśl nahe der ukrainischen Grenze, wo sie bei einer sehr herzlichen und offenen Familie wohnte. Mit ihrem Praktikum im dortigen Krankenhaus ist sie mehr als zufrieden: „Die Schwestern haben mich schnell in meine Aufgaben eingewiesen und somit habe ich mich sofort wohl gefühlt. Durch meine Arbeit mit den Kindern auf der Station konnte ich meine Erfahrungen im Umgang mit Kindern außerordentlich bereichern.“ Die Sprache war für Oliwia kein Hindernis, da sie gebürtig aus Polen stammt und die Sprache fast fließend beherrscht. Natürlich fehlten ihr mal ein paar Wörter. „Da haben mir dann aber meine Gastfamilie oder die Krankenschwestern schnell weitergeholfen.“ Generell wird es in Polen sehr geschätzt, wenn man als „Ausländer“ die Sprache spricht und dafür wird man mit Komplimenten geradezu überhäuft. Ihr Fazit: „Ich bin dankbar für die Einblicke, die mir das Stipendium ermöglicht hat. Daher würde ich jedem, der ein Auslandspraktikum in Erwägung zieht, von ganzem Herzen dazu raten, da es sich wirklich lohnt.“